12. Januar 2021

5 Mythen rund ums Studium

Die 5 größten Mythen rund ums Studieren, den NC und private vs. staatliche Hochschulen.

Besserer Notendurchschnitt dank Wartesemestern? Ohne Abitur kein Studium? Der NC ist zu hoch? Solche Aussagen kennt jeder, der studieren möchte. Aber welche Info stimmt wirklich? Wir klären auf und analysieren die größten Mythen rund ums Studium.

 

Mythos Nr. 1: Der NC ist 1,5. Mit meinem NC von 1,8 kann ich dort eh nicht studieren.

Der Numerus Clausus (NC) ist wohl eine der berühmtesten Voraussetzungen für ein Studium. Egal ob Medizin, BWL oder Jura. Alle reden darüber, aber nur wenige wissen, was sich hinter dem NC verbirgt. Deine Abiturnote ist zwar wichtig, aber entscheidet nicht nur darüber, ob du einen Studienplatz in deinem Traumstudium ergatterst. Grundsätzlich wichtig: Der NC ist keine Mindest-Abiturnote für die Zulassung zum Studium. NC bedeutet lediglich „geschlossene Anzahl“ und zeigt, dass die Nachfrage nach Studienplätzen das verfügbare Angebot an einer bestimmten Uni überschreitet . Wenn es mehr Bewerber als Studienplätze gibt, dann werden diejenigen mit den besten Abiturnoten bevorzugt. Die schlechteste Abiturnote der zugelassenen Bewerber wird dann als NC veröffentlicht. 

Beispiel: Die Beispiel-Universität hat 200 Studienplätze für den Studiengang BWL zu vergeben. Darauf bewerben sich aber 300 Abiturienten. Die zweihundertste zugelassene Person, also die als letztes zugelassene, hat eine Abiturnote von 1,5. Dementsprechend ist der NC für dieses Semester an der Beispiel-Universität 1,5. Im Folgesemester bewerben sich auf die 200 freien Studienplätze nur noch 250 Abiturienten und es gibt weniger 1,0er Abiturienten. Plötzlich hat der als letztes zugelassene Bewerber einen Abiturschnitt von 2,0. Dann ist der NC um 0,5 Punkte gesunken und ist nun 2,0. 

Aber weil sich viele Schüler*innen nicht nur an dieser Beispiel-Uni, sondern auch an mehreren anderen bewerben, kann es gut sein, dass von den 200 zugelassenen nur 100 den Platz annehmen. Dann werden die unbesetzt gebliebenen Studienplätze im Nachrückverfahren an die „rangnächsten“ Bewerber verteilt und du hast eine super Chance, mit einem leicht schlechteren Abi-Durchschnitt als dem NC des letzten Semesters angenommen zu werden. 

Das zeigt: Du solltest dich also auf keinen Fall von einem hohen NC abschrecken lassen. Diese Werte gelten nur für das jeweils zurückliegende Semester und sind nur Orientierungswerte. Bewirb dich und erkundige dich sehr genau über die Modalitäten des jeweiligen Nachrückverfahrens. 


Mythos Nr. 2: Wartesemester verbessern die Abiturnote

Diese Aussage ist ebenso stark in den Köpfen vieler Abiturienten verankert. Obwohl sich bestimmt viele Schüler ein solches Prinzip wünschen würden, ist die Logik der Wartesemester eine etwas andere. 

Grundsätzlich kann man die Abiturnote nach der Schulzeit nicht verändern. Heißt: Deine Wartesemester verbessern nicht deinen Schnitt. Aber an manchen Unis sind Wartesemester ein eigenständiges Kriterium bei der Vergabe von Studienplätzen und gelten als eine Art Qualifikation für ein Studium. Bei vielen Studiengängen kann die Anzahl der Wartesemester deshalb die Zulassung beeinflussen. Aber vom Schnitt wird nichts „abgezogen“. Wenn du beispielsweise nicht zu den Bewerbern mit den besten Abiturnoten gehörst, könntest du aufgrund deiner geleisteten Wartezeit dennoch zugelassen werden. Allerdings gilt nur die Zeit als Wartesemester, an der du an keiner deutschen Hochschule immatrikuliert warst.


Mythos Nr. 3: Der NC entscheidet darüber, ob das Studium anspruchsvoll ist

Ob ein Studium anspruchsvoll oder relativ einfach zu meistern ist, hängt (nicht) vom NC ab. Das wird immer wieder verwechselt. Was der NC aussagt, haben wir weiter oben erklärt. Wann ein Studium anspruchsvoll ist, lässt sich nicht mit dem NC beantworten. Stattdessen kann der NC nur zeigen, an welcher Uni und für welchen Studiengang sich die meisten Bewerber um die verfügbaren Studienplätze “streiten”. So liegt der NC für Medizin vor allem deswegen bei 1,0, weil sich pro Semester ca. 44.000 Menschen auf nur 9.000 verfügbare Studienplätze bewerben.


Mythos Nr. 4: Studieren kann man nur mit Abitur

Viele Schüler machen sich Druck, weil sie denken, dass man nur mit einem erfolgreich bestandenen Abitur studieren darf. Allerdings gibt es ebenso viele Schüler, die sich fragen: Kann ich auch ohne Abitur studieren? Hier gilt das alte Sprichwort: “Viele Wege führen nach Rom”. Neben dem klassischen Abitur qualifizieren auch die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife für ein Studium. Die Fachhochschulreife erlangt man z.B. wenn man in G8 nach der 11. bzw. in G9 nach der 12. Klasse die Schule beendet und daraufhin ein einjähriges Praktikum oder Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert. Darüber hinaus können auch Realschüler oder Hauptschüler bestimmte Fachrichtungen an den jeweiligen Fachhochschulen studieren, wenn sie bestimmte Auflagen wie eine Meisterprüfung erfüllen oder über mehrere Jahre Berufserfahrung verfügen. 

Grundsätzlich gilt: Lass dich von deinem Schulabschluss nicht zu sehr beeinflussen. Heutzutage können viel mehr Menschen studieren, es gibt Möglichkeiten für (fast) alle Schulabschlüsse.


Mythos Nr. 5: “Privat studieren ist besser” vs. “An privaten Hochschulen kauft man sich den Abschluss”

Es gibt unzählige Vorurteile gegenüber privaten Hochschulen. Auf der einen Seite stehen die Befürworter, die meinen, private Hochschulen überzeugen mit fachlicher Qualität und einem exzellentem Ruf. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die der Überzeugung sind, private Hochschule seien elitär und die Anforderungen sehr gering. Beide Seiten sind eher subjektiv und entsprechen nicht der Faktenlage.

Zunächst gibt es wie bei staatlichen Universitäten auch bei privaten Hochschulen Unterschiede. Manche sind besser, andere eher schlechter organisiert und aufgestellt (z.B. beim Netzwerk in der freien Wirtschaft oder dem Angebot für Studierende). Eine objektive Bewertung ist hier nicht möglich. 

Die Wahl deiner Hochschule bzw. Universität sollte daher vor allem auf deinen individuellen Anforderungen und Bedürfnissen beruhen. Daraufhin kannst du ein eigenes Ranking mittels Infomaterialien und Erfahrungsberichten aufstellen. Eine klassische Pro-Contra-Liste kann bei der Frage nach der idealen Hochschule sehr gut helfen.

Bevor du dich aber um die Wahl der Hochschule kümmern kannst, musst du wissen, was du überhaupt studieren möchtest. Wenn du noch unsicher bist oder noch gar keine Idee hast, was du studieren sollst, hilft dir der Studienwahltest von Toni Knows. Dieser Studienwahltest wurde von Experten mit über 15 Jahren Erfahrung entwickelt und empfiehlt dir passende Studiengänge auf Basis deiner Persönlichkeit, Interessen und Kompetenzen. Hier klicken und direkt loslegen.

Es gibt so viele Möglichkeiten – woher weiß ich, dass ich das richtige wähle?

Heutzutage stehen SchülerInnen viel mehr Optionen offen als früher. Das bietet riesige Chancen. Bedeutet aber gleichzeitig auch, dass alle Optionen abgewogen werden müssen …

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