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08. Mai 2020

Entscheidung trotz Corona: Welches Studium passt zu mir?

Auch wenn gerade aufgrund der Pandemie unser normales Leben eingeschränkt ist, sollte dich die Krise nicht davon abhalten, eine enorm wichtige Entscheidung für deine Zukunft zu treffen – nämlich die für den richtigen Studiengang. Doch wie findest du heraus, welcher das ist? Ganz wichtig: Versuche, dich von den Erwartungen deines Umfelds, gesellschaftlichen Trends und Vergleichen mit anderen freizumachen. Konzentriere dich stattdessen ganz auf deine Persönlichkeit: Nur wenn ein Studium im Einklang mit deinen individuellen Potenzialen, Talenten und Charaktereigenschaften steht, wirst du dich damit dauerhaft zufrieden fühlen. Wir zeigen dir, wie du die Antwort auf die Frage findest, welcher Studiengang wirklich zu dir passt. Nimm dir einfach etwas Zeit und Ruhe für dich selbst und folge unserer Step-by-Step-Anleitung.

Step 1: Persönlichkeitsanalyse

Um zu ergründen, welches Studium zu dir passt, solltest du erst mal nach innen blicken und die verschiedenen Facetten deiner Persönlichkeit ans Tageslicht bringen. Am besten nutzt du dazu ein Notizbuch oder ein Word-Dokument und hältst deine Erkenntnisse schriftlich fest. Das hilft dir nämlich, die einzelnen Puzzleteile am Ende zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Lass dir genügend Zeit, um die folgenden sieben Fragen zu beantworten:

Welche Charaktereigenschaften machen dich aus?
Sammle alle Adjektive, die deine Persönlichkeit beschreiben. Frage dich: Was ist typisch für mich, was fällt anderen an mir sofort auf und welche Eigenschaften sagt mir mein Umfeld nach? Überlege auch, mit welcher Beschreibung du dich in einem Interview vorstellen würdest. Schreibe hier nicht nur Eigenschaften auf, die für dein Studium relevant sein könnten, sondern denke auch an dein alltägliches Verhalten: Bist du ein Mensch, der viel Zeit für sich alleine braucht und eher introvertiert ist, wird ein Studium, das dich für Jobs in der Öffentlichkeit oder mit ständigem Menschenkontakt prädestiniert, eher nicht das Passende für dich sein.

Welche Stärken, Talente und Fähigkeiten hast du?
Notiere all das, was du besonders gut kannst und was dir schon immer leichtgefallen ist. Welche Schulfächer liegen dir und wofür hast du in deinem Leben bereits Lob und Anerkennung erhalten? Denke auch darüber nach, bei welchen Themen dich dein Umfeld gerne um Rat bittet und welche Aufgaben du im Alltag immer wieder übernimmst: Bist du der richtige Ansprechpartner, wenn der nächste Kurztrip zu organisieren ist, oder wirst du gefragt, wenn eine Text korrigiert werden muss? Auch daraus kannst du Begabungen ableiten, die dich bei der Wahl des richtigen Studiums leiten.

Was motiviert dich?
Motivation bedeutet, mit Lust und Freude handeln zu wollen. Überlege mal, unter welchen Umstände du dich mit Elan und Eifer an die Arbeit machst: Motiviert dich vielleicht Wettbewerb zu Höchstleistungen oder magst du es, wenn Aufgaben dich herausfordern? Hast du das Bedürfnis, etwas Sinnvolles zu tun und zum Wohl anderer beizutragen, oder bist du besonders happy, wenn du unabhängig und frei arbeiten kannst? Bist du ein sehr wissbegieriger Mensch, der am liebsten immer mehr dazulernen will, oder sehnst du dich vor allem nach Lob und Anerkennung? Wenn dein Studium und der später darauf folgende Beruf das enthalten, was dich motiviert, wirst du auch in anstrengenden Phasen leichter am Ball bleiben können, weil du aus innerem Antrieb handelst.

Welche Werte sind dir im Leben wichtig?
Wertvorstellungen sind Eigenschaften, Qualitäten oder Zustände, die du für erstrebenswert hältst und nach denen du bewusst oder unbewusst dein Verhalten ausrichtest. Du kannst deine persönlichen Werte aufdecken, indem du dich fragst, was du für gut und richtig hältst: Bist du jemand, der Effizienz schätzt, oder schlägt dein Herz für Toleranz? Steht Disziplin bei dir hoch im Kurs, liebst du vor allem Freiheit oder strebst du immer nach Gerechtigkeit? Manche Werte entdeckst du auch in deinen Glaubenssätzen: Sagst du zum Beispiel öfter „Alles wird gut“, spricht das für deinen Wert Optimismus, wohingegen „Better safe than sorry“ einen Menschen als sehr sicherheitsorientiert kennzeichnet.

Welche Bedürfnisse hast du?
Denk mal drüber nach, was du zum Wohlfühlen brauchst – beim Lernen und in der Freizeit. Blühst du auf, wenn du mit anderen zusammenarbeiten kannst? Dann wählst du lieber kein Studium und daraus resultierenden Beruf, bei dem du immer nur alleine im „stillen Kämmerlein“ arbeiten musst. Du bist ein strukturierter Mensch und folgst gerne einem exakten Plan? Dann meide unbedingt chaotische, zu viel Freiheit lassende Studien- und Arbeitsumgebungen, in denen sich ständig etwas ändern kann und die unorganisiert wirken. Sind dir Individualität und Bedeutsamkeit wichtig, achte auf Studiengänge, die dich für Jobs vorbereiten, bei denen du genügend Aufmerksamkeit bekommst, zum Beispiel im künstlerischen Bereich. Können deine grundlegendsten Bedürfnisse in Studium und Beruf nicht erfüllt werden, wirst du dich immer wieder unwohl fühlen, deine Energie verlieren und keine Bestleistung bringen können.

Was interessiert dich besonders?
Zwar sind Interessen immer auch eine Frage von Gelegenheiten – erlernen musikalisch begabte Mensch zum Beispiel nie ein Instrument, ist ihnen diese Neigung vielleicht gar nicht bewusst. Dennoch geben deine liebsten Hobbys und Freizeitbeschäftigungen Aufschluss darüber, was auch in Studium und Beruf zu dir passen könnte. Manches kannst du direkt übertragen: Hast du immer schon gerne geschrieben, könntest du Journalismus, Germanistik oder Medienwissenschaften studieren und später als Journalist, Autor oder Werbetexter arbeiten. Bei anderen Hobbys kommt es mehr auf den Kern an: Wenn du gerne bastelst, macht es dir wahrscheinlich im Allgemeinen Spaß, kreativ zu arbeiten und einzelne Dinge zu etwas Neuem zusammenzufügen. Denke hier auch an Aktivitäten, die dir früher einmal Spaß gemacht haben.

Was wolltest du als Kind werden?
Erinnere dich mal daran, wovon du als kleines Kind geträumt hast, mit grenzenloser Phantasie und ganz ohne strategische Planung. Auch hier kannst du in manchen Fällen deinen kindlichen Berufswunsch wörtlich nehmen, in anderen eher den Grundgedanken dahinter aufspüren. Du wolltest als Kind Tierarzt oder Krankenschwester werden? Dann passen zu dir wahrscheinlich Studiengänge und Berufe, in denen du andere versorgen, heilen oder unterstützen kannst. Oder hast du dir ausgemalt, als Schauspielerin oder Rockstar auf der Bühne zu stehen, zeigt dir das, dass du gerne Publikum unterhalten und Applaus, Lob und Bestätigung erfahren möchtest.

Step 2: Von deiner Persönlichkeit zum Studienfach

Hast du alle Fragen des ersten Teils beantwortet, ist ein wichtiger Schritt in Richtung deines Traumstudiums bereits geschafft. Jetzt musst du nur noch die einzelnen Ergebnisse zusammensetzen und daraus ableiten, welche Studiengänge für deine Persönlichkeit besonders geeignet wären. Schreibe am besten auch deine Antworten der folgenden drei Aufgaben auf:

Aufgabe 1: Freies Assoziieren
Lies dir deine Antworten aus Step 1 noch mal durch und schreibe alle Ideen auf, die dir dabei einfallen. Welche Studiengänge, Berufe und Tätigkeiten passen zu deinen Charaktereigenschaften, Stärken, Werten usw.? Lass deine Einfälle ruhig sprudeln, statt dich im Kopf bereits selbst auszubremsen. Im Moment geht es erst mal um eine möglichst große Sammlung – der „Reality Check“ kommt später. Wenn du magst, beziehe deinen Partner, einen Freund oder jemand anders, der dich gut kennt, in deinen Brainstorming-Prozess mit ein. Der Blick von außen lässt nicht nur weitere deiner Potenziale zum Vorschein kommen, die du womöglich noch gar nicht an dir wahrgenommen hast. Zusammen kommt ihr außerdem auf viel mehr Ideen, in welchen Studiengängen du aufblühen würdest.

Aufgabe 2: Die Ideen konkretisieren
Schau dir alle Ideen und Studiengänge an, die du bei Aufgabe 1 aufgeschrieben hast, und hör noch mal tief in dich hinein: Welche Studienfächer sprechen dich am meisten an? Was sind deine Favoriten, in welchen siehst du dich in deiner Vorstellung am liebsten? Hast du eine Auswahl getroffen, ist es wichtig, dich möglichst gründlich über diese Studiengänge zu informieren (durch Online-Recherche oder Fachliteratur). Außerdem kannst du dich mit Menschen austauschen, die bereits diese Fächer studieren: Höre dich in deinem Bekanntenkreis um oder frage in Online-Foren nach, ob jemand von seinen Erfahrungen in einem bestimmten Studiengang erzählen kann.

Aufgabe 3: Den Weg zum Traumstudium ausfindig machen
Nach den letzten beiden Aufgaben hast du jetzt eine Liste mit Studiengängen vor dir, die richtig gut zu dir passen und die dich potenziell wirklich erfüllen könnten – super! Zum Abschluss dieses Prozesses gilt es jetzt herauszufinden, auf welchem Weg du in dein Traumstudium hineinkommst. Recherchiere, welche Hochschulen deine gewünschten Fächer anbieten – ggf. auch im Ausland –, welche Zugangsvoraussetzungen bestehen und wie die Bewerbungsfristen sind. Denke daran, dass du viele Möglichkeiten hast, auch wenn ein Studiengang erst einmal unerreichbar scheint: BAföG, Studienkredit oder umgekehrter Generationenvertrag erleichtern die Finanzierung, während Fernstudium, Privathochschulen oder Unis im Ausland NC-Probleme umschiffen können. Such dir am besten jemanden, der dich unterstützt und dir in dieser Phase hilft – und dann raus mit deiner Bewerbung bzw. Einschreibung!

Überwinde deine Grenzen

Ob es die eigene Komfortzone, mangelndes Selbstvertrauen oder Passivität infolge von Corona ist: Wir möchten dir ans Herz legen, beim Prozess der Entscheidung für dein Studium mutig zu sein! Sprich ehrlich deine Gedanken, Träume und Visionen aus, und die Möglichkeiten scheinen sich wie „aus dem Nichts“ zu ergeben. Wir wünschen dir, an dich zu glauben und deiner inneren Stimme zu vertrauen, die sagt: „Das will ich, das passt zu mir.“ Und wenn du zusätzlich Unterstützung möchtest beim Herausfinden, welches Studium wirklich zu dir passt, helfen wir dir mit dem Toni Knows Test gerne weiter.

Es gibt so viele Möglichkeiten – woher weiß ich, dass ich das richtige wähle?

Heutzutage stehen SchülerInnen viel mehr Optionen offen als früher. Das bietet riesige Chancen. Bedeutet aber gleichzeitig auch, dass alle Optionen abgewogen werden müssen …

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