26. April 2021

Gap Year in Corona-Zeiten? Mit diesen Ideen klappt‘s

Nach dem Abi oder Bachelor freuen sich viele auf ein Gap Year. Doch klappt das auch während der Pandemie? Wir zeigen dir, warum sich ein Lückenjahr auch jetzt lohnt.

Ein Gap Year einzulegen ist sehr beliebt: Statt sofort in Ausbildung, Studium oder Job zu starten, kannst du nach dem Schul- oder Uni-Abschluss erst mal eine Pause einlegen, in der du spannende Erfahrungen machst und dich weiterentwickelst. Der Klassiker ist für viele Work & Travel in Australien, aber das ist noch lange nicht die einzige Möglichkeit. Fest steht: Wer sein Gap Year sinnvoll verbringt, punktet damit später bei Bewerbungen an Unis und in Unternehmen. Denn damit beweist du Eigeninitiative, Offenheit und Interesse, über deinen Tellerrand hinauszublicken. 

Schön und gut, aber ist ein Gap Year in Corona-Zeiten überhaupt sinnvoll? Wir finden ganz klar: ja! Denn auch wenn Reisen und Auslandsaufenthalte gerade kaum möglich sind, gibt es noch jede Menge andere Optionen, mit denen du dir dein „Lückenjahr“ ganz individuell gestalten kannst. Du könntest dich zum Beispiel ehrenamtlich für Senioren engagieren, einen neuen Sport über Zoom-Kurs ausprobieren und dazu noch einen digitalen Sprachkurs machen – für spätere Auslandsaufenthalte. Tausch dich unbedingt mit deinen Freunden und über Social Media mit anderen aus, die auch gerade überlegen, wie sie ihr Gap Year gestalten können. Vielleicht inspirieren dich auch diese Erfahrungsberichte

Welche Gap Year Ideen sind auch in Corona-Zeiten machbar?

Lass dich von der Pandemie nicht von deinem Gap Year abhalten! Wir haben für dich ein paar Ideen zusammengetragen, mit denen du dir ein passendes Programm zusammenstellen kannst. 

  • Preparatory Year – schnuppere in verschiedene Studiengänge rein

Es wird auch als Vorbereitungs- oder Grundstudienjahr bezeichnet und hilft dir bei der Orientierung, welches Studium zu dir passen könnte. 

-   Studium individuale (individuelles Studienprogramm zusammenstellbar), zum Beispiel Jacobs University Bremen, International Foundation Year an der Karlshochschule oder Foundation Programme an der Maastricht University
-   Studium fundamentale / generale (interdisziplinäre Perspektiven auf Themen), zum Beispiel Universität Witten-Herdecke

  • Praktika – sammle Praxiserfahrungen in deiner Wunschbranche

Trotz Corona gibt es jede Menge freier Praktikumsstellen, bei denen du aus dem Homeoffice und international vernetzt Vernetzung verschiedene Arbeitsbereiche kennenlernen kannst. 

-    Klassische Praktika bei Unternehmen (bewirb dich auch initiativ!)
-    virtuell ausgelegte Praktika 
-    virtuelle Praktika im Ausland, zum Beispiel über Students Go Abroad
-    Programme von McKinsey und OTTO (vor allem für Bachelor-Absolventen geeignet)

  • Freiwilligendienste in Deutschland – helfen direkt vor deiner Haustür

Auch ohne zu verreisen kannst du bei einem Freiwilligendienst im Inland spannende Erfahrungen machen. 

-    Bundesfreiwilligendienst 
-    Freiwilliges Soziales Jahr 
-    Freiwilliges Ökologisches Jahr
-    Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege
-    Freiwilliges Soziales Jahr in Wissenschaft, Technik und Nachhaltigkeit
-    Freiwilliges Soziales Jahr im politischen Leben / in der Demokratie 
-    WWOOF (World Wide Opportunities on Organic Farms) Deutschland

  • Workcamps – arbeite international mit Gleichgesinnten zusammen

Hier kommen online Menschen aus aller Welt für gemeinsame Projekte zusammen. 

-    ICJA Freiwilligenaustausch weltweit
-    Workcamps über bravel.de 
-    Erasmus+ Virtual Exchange 
-    UN Online Volunteers

  • Ehrenamtliches Engagement – mach dich für andere stark 

Aktuell kannst du besonders in Bereichen helfen, die stark von der Pandemie betroffen sind. 

-    Nachhilfe anbieten, zum Beispiel beim Homeschooling, über Schüler & Paten für Schüler*innen mit Migrationshintergrund, Schulwerk, Studienkreis, Schülerhilfe, Abacus-Nachhilfe oder durch Initiativangebot 
-    Projekte von Youngcaritas, zum Beispiel Einkaufsengel (Risikopatienten einkaufen gehen), Digitale Brieftaube (Briefkontakt mit Senioren aufnehmen) und Telefon-Hotline (mit Menschen reden)
-    Post mit Herz (einsamen Menschen in Heimen eine Freude machen)
-    regionale Anbieter unterstützen, zum Beispiel digitale Hofläden wie PIELERS, Marktschwärmer oder Frischepost 

  • Ausbildung zum Rettungssanitäter – nach wie vor sehr gefragt 

Auch während der Pandemie ist der Bedarf an spezialisierten Hilfskräften im Rettungswesen hoch und die Ausbildung von Vorteil bei Interesse an einem Medizin-Studium. 

-    Bei der Ausbildung wird der klinische Teil durch zusätzliche praktische Erfahrung in der Rettungswache ersetzt. 
-    Eine Erste-Hilfe-Ausbildung muss nicht nachgewiesen werden. 

  • Digitale Sprachkurse und -tandems – tausch dich aus

Online-Sprachkurse im virtuellen Classroom oder mit Tandem-Partner helfen, deine Fremdsprachkenntnisse zu erweitern. 

-    Berlitz Online Gruppenunterricht
-    DIREKT Sprachreisen Online-Sprachkurse
-    Sprachtandem über tandem.net

  • Weiterbildungen – erweitere deine Skills 

Mit (digitalen) Weiterbildungen bereitest du dich optimal auf Studium oder Job vor. 

-    Großes Angebot über MOOCS (Massive Open Online Courses), oft kostenfrei 
-    digitales Marketing und Coding, zum Beispiel über Google Zukunftswerkstatt und Code Academy 
-    Design Thinking, zum Beispiel über Hasso Plattner Institut und Haufe Akademie 
-    Coaching, zum Beispiel systemische Ausbildung am Change Campus

Auslandserfahrungen kannst du später nachholen

Auch wenn gerade keine „echten“ Auslandserfahrungen vor Ort möglich sind, hast du während oder nach der Studienzeit dafür verschiedene Möglichkeiten. 

-    klassisches Auslandssemester, zum Beispiel über Erasmus+, als Freemover über das International Education Center, Magoo International, College Contract, Asia Exchange, GoStralia oder GoZealand
-    Auslandspraktikum, zum Beispiel über Erasmus+, AIESEC, College Council, GLS, Studentsgoabroad, praktikawelten oder PractiGo 
-    Urlaubssemester oder Sabbatical 

Lass dich nicht entmutigen! Stelle dir dein individuelles Gap Year zusammen und nutze die Optionen, die trotz Corona bestehen.

Es gibt so viele Möglichkeiten – woher weiß ich, dass ich das richtige wähle?

Heutzutage stehen SchülerInnen viel mehr Optionen offen als früher. Das bietet riesige Chancen. Bedeutet aber gleichzeitig auch, dass alle Optionen abgewogen werden müssen …

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