03. Mai 2021

Get shit done – die 10 Schritte zum erfolgreichen Zeitmanagement in Schule oder Studium

So viele Abgabe- und Klausurtermine, so wenig Zeit? Mit unseren Tipps schaffst du es, alles im Blick zu behalten und dich so zu strukturieren, dass du weniger in Zeitdruck gerätst.

Zeitmanagement kann ganz schön tricky sein

Du fühlst dich schlecht, denn erneut geht ein Tag zu Ende und du bist wieder mal nicht aus dem Quark gekommen. Ursprünglich wolltest du die Bewerbung für dein Praktikum geschrieben, ein Thema für dein nächstes Referat ausgewählt und die letzten Unterrichtsmaterialien nochmal durchgesehen haben. In zwei Wochen steht die erste Klausur an, gefolgt von einer wichtigen Präsentation und der Druck wächst. Warum hat dein Vorsatz, frühzeitig mit den Aufgaben anzufangen und dich gut vorzubereiten wieder nicht geklappt? Egal, ob du grundsätzlich ein ordnungsliebender Mensch oder ein Chaot bist: Struktur in den Tag zu bringen und effektiv zu arbeiten, fällt fast jedem schwer. 

Du willst die Dinge in die Hand nehmen – die nächste Klausur oder dein Abitur erfolgreich bestehen und mit Motivation und Spaß an die Sache gehen? Wir helfen dir dabei! Zeit ist immer knapp. Schule oder Studieren ist wie ein Fulltime-Job und will auch so geplant werden. Alles eine Frage der Organisation und Motivation. So bekommst du dein Zeitmanagement in den Griff:

1. Stoppe das Prokrastinieren! 

„Ach, das mache ich morgen“. Je unangenehmer eine Aufgabe ist, desto mehr neigen wir dazu, sie zu verschieben! Eigentlich ist die Aufgabe doch klar: „Klausurvorbereitung“ oder „Präsentation schreiben“. Du beruhigst dich vielleicht damit, dass du unter Stress kurz vor dem Abgabedatum besser arbeitest? Doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, Aufschieben lähmt und blockiert dich, dein schlechtes Gewissen wird immer größer und die körperliche und psychische Belastung nimmt zu. Ganz zu schweigen von der Frage, wie viel besser du in einer Klausur abgeschnitten hättest oder dein Vortrag gelaufen wäre, wenn du dich frühzeitig vorbereitet und ausreichend Zeit gehabt hättest. Ein Tipp, wie du das Aufschieben vermeidest: Teile deine Aufgabe in mehrere kleinere Einheiten, dann ist die Überwindung damit anzufangen nicht so groß. Willst du beispielsweise für eine Prüfung lernen, dann nimm dir jeweils nur ein Kapitel oder eine Seite am Stück vor. So hakst du nach und nach Unteraufgaben ab und verbuchst so immer wieder kleine Erfolge (siehe dazu auch Punkt 3).

2. Definiere deine Ziele und halte sie schriftlich fest 

Zunächst solltest du dich fragen, was du genau erreichen möchtest. „Ich möchte mein Abitur oder mein Studium bestehen.“ oder „Ich möchte später einmal die Welt verändern.“ oder „Ich würde gerne in verschiedenen Städten arbeiten.“? Dies alles sind Träume und schöne Visionen – gib ihnen einen Termin, konkretisiere deine Ziele, halte sie schriftlich fest und mache sie somit verbindlich. Frage dich also: Was will ich genau erreichen, wie will ich das erreichen und wann will ich das erreichen? Zum Beispiel könnte dein langfristiges Ziel lauten „Ich möchte mein Abitur mit einer Note von 2,0 bestehen.“ oder „Ich möchte am 15. März meine Seminararbeit zum Thema ‚How is human activity changing the natural environment‘ abgeben und mindestens eine 1,7 dafür bekommen.“. Wichtig ist, dass du realistische Ziele formulierst. Wenn du ein Ziel formulierst, was unerreichbar ist, wirst du dich nur selbst enttäuschen. Unser Tipp: Hole dir Unterstützung von außen, du kannst „Mentoren“ (Eltern, Lehrer oder andere Vertrauenspersonen) bitten, dein Ziel zu hinterfragen. Nun schreibe dein Ziel auf einen Zettel und klebe ihn sichtbar an deinen Schreibtisch. Das Prinzip der SMARTen Ziele kann dir bei der Definition deiner Ziele behilflich sein.

Dein Ziel sollte sein: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert. 

3. Lege Meilensteine fest und plane konkrete Aufgaben  

Wenn du dein langfristiges Ziel formuliert und schriftlich festlegelegt hast, hilft es dir, dieses in Meilensteine herunterzubrechen. Überlege dir einzelne Schritte, die du auf dem Weg hin zu deinem Ziel erreichen möchtest. Wenn dein langfristiges Ziel lautet, dein Abitur mit 2,0 zu bestehen, dann könnten deine Meilensteine z. B. „Englischklausur vorbereiten“, „Für mündliche Prüfung in Deutsch lernen“ oder „Geschichtshausarbeit schreiben“ sein.  Diese Meilensteine hältst du ebenfalls schriftlich fest und notierst in deinem Kalender, wann du mit dem Meilenstein starten möchtest. Die Meilensteine brichst du wiederum in einzelne Aufgaben runter, z. B. „Alle notwendigen Unterlagen für die Englischklausur raussuchen“, „Lerninhalte für Englischklausur Thema Macbeth zusammenstellen“ usw. Auch diese schreibst du dir in deinen Wochenplan. 

4. Priorisiere deine Aufgaben 

Überlege dir, welche Aufgaben wie wichtig sind und priorisiere sie entsprechend. Aufgaben, die besonders dringend und wichtig sind, sollten zuerst erledigt werden. Du kannst z. B. mit der Eisenhower Matrix oder der einfachen ABC-Methode Prioritäten setzen und Aufgaben planen. Die Eisenhower Matrix ist eine grafische Darstellung und veranschaulicht insgesamt 4 Kategorien des Eisenhower Zeitmanagement Prinzips. Die kategorisierten Aufgaben können mit Hilfe einer Matrix übersichtlich dargestellt und nach Dringlichkeit abgearbeitet werden. Das Prinzip ist eine relativ simple Kategorisierung nach „Wichtigkeit“ (wichtig/nicht wichtig) und „Dringlichkeit“ (dringend/nicht dringend) von Aufgaben:

So funktioniert das Eisenhower-Prinzip:

A-Aufgaben: Wichtige und dringende Aufgaben: Du erledigst deine wichtigen und dringlichen Aufgaben sofort und selbst.
B-Aufgaben: Wichtige, aber nicht dringende Aufgaben: Du legst Termine für deine Aufgaben fest.
C-Aufgaben: Nicht wichtige, aber dringende Aufgaben: Du delegierst die Aufgaben, die gemacht werden müssen – aber eben auch von anderen erledigt werden können.
D-Aufgaben: Nicht wichtige und nicht dringende Aufgaben: Du vergisst die Aufgaben, die keinen Sinn ergeben oder einfach nicht (mehr) wichtig sind.

Die ABC-Methode hilft dir bei der Festlegung deiner Prioritäten. Dabei unterscheidest du zwischen sehr wichtigen (A), wichtigen (B) und weniger wichtigen (C) Aufgaben. Starten solltest du mit den A-Aufgaben und dafür auch am meisten Zeit einplanen, gefolgt von den B- und C-Aufgaben.

5. Visualisiere deine Ziele

Besonders visuellen Menschen kann es helfen, ihre Ziele zu veranschaulichen. Du könntest eine Mindmap anlegen, indem du dein Ziel in die Mitte schreibst und darum herum deine Meilensteine und einzelnen Aufgaben definierst. Du kannst auch eine Collage mit Bildern, Fotos und Zitaten gestalten. Überlege, wie du dich fühlen wirst, wenn du dein Ziel erreicht hast, schreibe auch das auf und klebe ein strahlendes Foto von dir in die Mitte. Auch ein Kanban-Board kann dir helfen, deine Aufgaben zu visualisieren und den Überblick zu behalten. Dabei notierst du geplante Aufgaben, aktuell laufende und erledigte Aufgaben auf dem Weg zu deinem Ziel (du findest auch online Vorlagen, wie es funktioniert).

6. Schaffe Halt durch feste Strukturen und Routinen 

Eine feste Struktur und gelernte Routinen verhindern notorisches Aufschieben, geben Orientierung und Halt. Auch wenn du fixe Pläne und Abläufe nicht magst, solltest du versuchen, einen Rhythmus und wiederkehrende Routinen zu etablieren. Diese verhelfen dir zu mehr innerer Stabilität. Ausreichend Schlaf, regelmäßiges und gesundes Essen sowie Sport und Entspannung (Meditation, Yoga, autogenes Training) machen dich ausgeglichener und leistungsfähiger und schaffen Ordnung im Chaos. Plane feste Zeiten für deine Aufgaben ein und übertrage auch diese in den Wochenplan oder Kalender. Nutze die ersten 20 Minuten eines Tages, um ohne Ablenkung eine To-do-Liste anzulegen. Achte dabei darauf, die wichtigen und gleichzeitig dringenden Aufgaben nach ganz oben zu stellen. Lege die To-do-Liste an eine Stelle, wo sie dich im Laufe des Tages immer wieder an deine Ziele erinnert, damit du den Faden nicht verlierst. Damit du motiviert bist, belohne dich am Ende des Tages und am Ende der Woche.

7. Take a deep breath

Zwischendurch solltest du immer genügend Pausen einplanen für Meditation, Sport und Austausch mit Freunden. Trinke immer ausreichend Wasser. Pausen sind wichtig, damit du auf Dauer leistungsfähig bleibst und seelisch und körperlich in der Balance bleibst. Lasse sie nicht aus, sonst drohen Überforderung und Motivationsverlust.

8. Schaffe ein optimales Lern- und Arbeitsumfeld

Um dir das Arbeiten so einfach wie möglich zu machen, ist es sinnvoll, dass du dir Rahmenbedingungen schaffst, die zu dir passen. Wo kannst du am besten arbeiten, konzentriert und produktiv sein? An deinem eigenen Schreibtisch, in der Bibliothek oder im Büro – alleine oder in einer Gruppe? Arbeite nicht im Bett oder auf dem Sofa, sondern richte dir einen schönen Schreibtisch ein, in dem alles vorhanden ist, was du für deine Arbeit brauchst. Wenn es dir schwerfällt, dich alleine zuhause zu konzentrieren, kannst du auch in die Bibliothek gehen oder Lerngruppen organisieren. Während des Arbeitens solltest du Störquellen ausschalten: WhatsApp-Nachrichten von Freunden sind zwar eine schöne Abwechslung, lenken dich aber auch gleichzeitig vom Lernen ab – durchschnittlich brauchst du nach einer Unterbrechung ca. 10 Minuten, um dich wieder auf die ursprüngliche Aufgabe konzentrieren zu können. Es empfiehlt sich also, dein Handy für deine Lernzeit in den Flugmodus zu schalten. Das Gleiche gilt für deinen E-Mail Account – auch hier solltest du dein W-LAN für eine bestimmte Zeit ausschalten, um Ablenkung durch PopUp-Nachrichten und die Versuchung, nur kurz etwas im Internet zu surfen, zu vermeiden. 

9. Formuliere einen individuellen Motivationssatz

Du kannst deine Arbeits- oder Lernzeiten langsam steigern. Überlege dir einen ersten motivierenden Satz, der dir ab heute hilft, jeden Tag den Anfang zu machen. Je nach Persönlichkeit kann dich ein anderer Satz motivieren, z. B. „Was ich heute tue, hat Auswirkungen auf morgen.“, „Get shit done.“, „Erfolg ist die Summe vieler kleiner Schritte.“, „Es ist nie zu spät, um mit etwas anzufangen.“, „Ich kann nur gewinnen, wenn ich es versuche.“, „Ich kann das.“, „Ich will das.“ usw. Suche nach einem Motivationssatz, der dir jeden Morgen den Start erleichtert, schreibe ihn auf und klebe ihn sichtbar an deinen Schreibtisch.

10. Kontrolliere deinen Erfolg am Ende der Woche

Am Ende jeder Woche kannst du ein Resümee ziehen und deinen Erfolg kontrollieren. Stelle dir dazu folgende Fragen: 

  • Was lief diese Woche gut, worauf bin ich stolz?
  • Was möchte ich nächste Woche genauso machen?
  • Was möchte ich ändern bzw. neu anfangen?

Optimiere entsprechend deine Abläufe. 

Fazit 

Nun hast du erfahren, wie du Schritt für Schritt einen Rhythmus und eine Struktur in deinen Alltag bringen kannst. Wie gesagt, Schule und Studium sind wie ein Fulltime-Job. Plane also fünf Tage in der Woche zum Lernen oder Studieren ein. Das Wochenende sollte frei bleiben und nur in Notfällen zum Arbeiten oder Lernen genutzt werden.  

Klar ist auch: Wir können unsere Verhaltensmuster und Angewohnheiten nicht von heute auf morgen komplett ändern. Wichtiger ist eine ausdauernde Herangehensweise, bei der jeder Tag eine neue Chance auf „richtiges“ Handeln bietet. Was du heute tun kannst, ist einen ersten Schritt zu gehen. Du bist bestens ausgerüstet: Als Menschen haben wir eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit, die ersten vier bis sechs Wochen mögen noch etwas anstrengend sein, doch danach sind die neue Rituale schon verinnerlicht.  

Zusammenfassung
 

  • Betrachte dein Studium oder deine Schulzeit als Fulltime-Job
  • Halte deine Ziele schriftlich nach dem SMART-Prinzip fest: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert. 
  • Überlege dir einzelne Schritte, die du auf dem Weg hin zu deinem Ziel erreichen möchtest, definiere Meilensteine und plane konkrete Aufgaben. 
  • Überlege dir, welche Aufgaben wie wichtig sind und priorisiere sie entsprechend.
  • Wenn es dir hilft, visualisiere deine Ziele mit Hilfe einer Mindmap.
  • Etabliere einen festen Rhythmus, um wiederkehrende Routinen zu etablieren.
  • Zwischendurch solltest du immer genügend Pausen einplanen für Meditation, Sport und Austausch mit Freunden. Trinke immer ausreichend Wasser. 
  • Um sich das Arbeiten so einfach wie möglich zu machen, ist es sinnvoll, dass du dir Rahmenbedingungen schaffst, die zu dir passen.
  • Erwarte keine Wunder über Nacht, sondern steigere deine Lernzeit langsam.
  • Am Ende jeder Woche kannst du ein Resümee ziehen und deinen Erfolg kontrollieren.


Die wichtigste Grundlage für deinen Erfolg und persönliche Zufriedenheit bildet eine Lebensweise in Übereinstimmung mit deinen persönlichen Neigungen. Diese zu kennen, ist der erste Schritt. Mit dem Studien- und Berufswahltest von Toni Knows bieten wir dir die Möglichkeit, einen ersten Einblick in dein Inneres zu erhalten. Hier kommst du direkt zum Test.

 

 

Es gibt so viele Möglichkeiten – woher weiß ich, dass ich das richtige wähle?

Heutzutage stehen SchülerInnen viel mehr Optionen offen als früher. Das bietet riesige Chancen. Bedeutet aber gleichzeitig auch, dass alle Optionen abgewogen werden müssen …

Video abspielen
close video icon